Die jüngsten Mordserien der rechtsextremistischen Szene zeigen wieder:Die braune Gefahr liegt direkt vor unserer Haustür. Hier gingen Rassisten menschenverachtend und brutal vor,um mit ihrer zu verachtenden Ideologie Menschen zu ermorden. Insbesondere Verbindungen,die auch nach Hildesheim vermutet werden,geben der Angelegenheit für uns Hildesheimer einen bitteren Beigeschmack.
Konsequenz ist nun,dass wieder ein NPD-Verbotsverfahren angestrebt wird. Sicherlich ist es wünschenswert,dass eine Partei wie die NPD bestensfalls gar nicht mehr existiert. Es erscheint jedoch sehr fraglich,ob im Hinblick auf die Öffentlichkeitswirksamkeit das Verfahren etwas nützt. Sollte das Verbotsverfahren funktionieren,wird es einerseits nicht helfen,rechtsextremistisch motivierte Menschen von ihren menschenverachtenden Taten gegen Minderheiten in Deutschland abzuhalten. Andererseits besteht die Gefahr,dass die Öffentlichkeit Rechtsradikale,die erst recht im Untergrund verschwinden werden und dort weiter agieren werden,nicht mehr so stark wahrnehmen könnte. Das darf nicht passieren!
Allbekannt ist außerdem das Problem,dass inzwischen sehr viele V-Leute innerhalb der NPD agieren. Solange hier nicht geklärt ist,inwiefern diese an Straftaten beteiligt sind und inwiefern sie zur Willensbildung der Partei beitragen,wird es schwierig,das Verbot durchzusetzen. Hier darf der Spieß nicht umgedreht werden. Der Staat hat in seinem Vorgehen gegen Extremismus eine Vorbildfunktion und muss sich auch an seine eigenen Gesetze halten.
Also NPD verbieten? Die Antwort ist ein klares und deutliches:Jein.
Ja,auf lange Sicht gehört die NPD verboten. Sie ist verfassungsfeindlich und befindet sich mit ihrer Ideologie nicht auf dem Boden der Rechtsordnung. Jedoch folgt ein großes “Aber”:Es sind nicht nur die oben genannten Probleme,wie das Agieren im Untergrund,die problematisch sind. Überstürztes Handlen hilft hier schlicht und einfach nicht.
Es ist die Frage nach extremistischen Gruppierungen im Allgemeinen. Ehe man sich mit einem öffentlichkeitswirksamen NPD-Verbotsverfahren,das bei einem Scheitern wieder in der Versenkung verschwindet,beschäftigt,steht die Regierung viel mehr in der Verantwortung,wie man überhaupt gegen extremistische Gruppierungen vorgehen sollte:Am besten präventiv. Hier helfen die Mittelkürzungen durch die Extremismusbeauftragte Kristina Schröder wohl wenig…
Denn es sind nicht nur Rechts- sondern auch Linksextreme oder bspw. militante Islamisten. Immer wenn die Medien eine bestimmte Gruppierung im Fokus haben,entsteht der Eindruck,dass jeweils andere Gruppen verharmlost werden oder aus dem Fokus verloren gehen. Viele neigen jedoch auch dazu sofort Vergleiche anzustellen,was der Sache ebenfalls nicht gerecht wird.
Als Verwalterin der Gelder für Projekte gegen Extremismus hat Frau Ministerin Schröder in diesem Jahr in ihrer Aufgabe nicht geglänzt:Sei es die höchst umstrittende “Extremismusklausel”,durch welche ein Misstrauen gegenüber Menschen,die sich für Demokratie einsetzen,zum Ausdruck kommt,die Kürzungen von finanziellen Mitteln für Intitiativen gegen “rechts”oder ihre zögerlichen Reaktionen auf die Morde der braunen Terrorzelle.
Es ist Zeit,dass endlich etwas unternommen wird! Ehe sich die Politik auf ein erneutes Verfahren stürzt,sollte erst einmal saubere und konsequente Aufklärungsarbeit geleistet werden. Sonst wird in einigen Monaten wieder nur am Rande von Neonazis berichtet.
Genauso kann eine gesunde Wirtschaftspolitik helfen,den “rechten”Magneten zu beseitigen:Viele der Mitglieder sind “Verlierer der Gesellschaft”,die aufgrund von Arbeitslosigkeit oder finanzieller Unsicherheit den Weg in den Rechtsextremismus gefunden haben. Diese Ängste werden von den Hauptverantwortlichen in der rechten Szene ausgenutzt. Auch dieses muss entlarvt werden.
Politische Arbeit muss aber dann natürlich gegen jegliche Form von Extremismus stattfinden! Denn eines haben alle gemein:Sie gefährden mit ihrer erhöhten Gewaltbereitschaft nicht nur Leib und Leben einzelner Bürger,sondern auch die Freiheiten jedes Bürgers und unseren demokratischen Rechtsstaat.
Laura Hoffmann
Kreisvorsitzende
