Presseerklärung des KV Hildesheim vom 7. November 2011
Handynutzungsverbot am Gymnasium Sarstedt:Regelungswut par excellence!
Aktuell beschäftigen sich Schüler,Eltern und Lehrer am Gymnasium Sarstedt mit dem Entwurf einer neuen Schulordnung,die am 14. November 2011 durch eine Gesamtkonferenz beschlossen werden soll. Unter anderem steht eine Neuregelung bzgl. eines generellen Handynutzungsverbots für Schüler auf der Tagesordnung,die von Schülern und auch Eltern mehrheitlich abgelehnt werden würde.
Vorgesehen ist,dass zukünftig Handys sowohl im Unterricht als auch in den Pausen nur noch ausgeschaltet bei sich geführt werden dürfen. Lediglich in Notfällen und Ausnahmen soll der eingeschaltete Betrieb des Handys erlaubt sein.
Bei einem Verstoß darf das Handy von einem Lehrer wegegenommen werden – auch in den Pausen. Dem stellvertretenden Vorsitzenden Morten Pfeiffer,der selber Schüler und stellv. Jahrgangssprecher am Gymnasium Sarstedt ist und sich im Schulvorstand der Schule engagiert,geht dies zu weit:„Natürlich ist es verständlich,dass Handys im Unterricht nichts zu suchen haben,aber dass sie zukünftig auch in den Pausen von Lehrern einkassiert werden können,sehe ich nicht ein!“
Grund für diese harte Regelung sollen angebliche Fotos bei facebook oder SchülerVZ gewesen sein,die Unterrichtssituationen wieder geben. Belege für diese Vorfälle gibt es nicht. Weiterhin wird auf Fälle hingewiesen,in denen Videoaufnahmen in den letzten Jahren an deutschen Schulen aufgetaucht sind,in denen Schüler und Lehrer ohne Vorahnung angegriffen und dabei gefilmt wurden. (sog. „Happy Slapping“) Auch von solchen Fällen ist am Gymnasium Sarstedt nichts bekannt.
Weitergehend soll sogar die Nutzung von Musikabspielgeräten mit Aufnahmefunktion untersagt werden. Musik hören soll zukünftig nur noch im Bereich der Cafeteria erlaubt sein. Dieses Verbot würde nicht nur dazu führen,dass vermutlich weitgehend alle Handys und MP3-Player nicht mehr nutzbar wären,sondern die Lehrer müssten sich natürlich dann auch entsprechend technische Kompetenzen aneignen,wenn sie gleich auf dem ersten Blick sehen wollen,welcher MP3-Player eine Aufnahmefunktion besitzt und welcher nicht.
Der Kreisverband der Jungen Liberalen wehrt sich gegen diese Regelungswut und sieht hier sogar Einschnitte in die Grundrechte der Schüler:Hier wird nicht nur die Allgemeine Handlungsfreiheit der Schüler beschnitten sondern auch das Grundrecht auf Eigentum aus Artikel 14 GG:Schließlich wären die meisten Musikabspielgeräte,wie bspw. der sehr populäre iPod der Firma Apple,aufgrund ihrer Aufnahmefunktion nicht mehr nutzbar und die Schüler wären gezwungen,sich neue Geräte anzuschaffen,wenn sie in der Cafeteria Musik hören möchten.
Die Jungen Liberalen fordern die Schulleitung und den Schulvorstand auf ihren Entwurf zu überdenken und eine gerechtere Regelung zu treffen. Für solche harten Regelungen wird hier aufgrund des Mangels an tatsächlichen Vorfällen und einer völlig ausreichenden Strafgesetzgebung auf Bundesebene kein Anlass gesehen. Stattdessen käme hier ein Generalverdacht der Lehrerschaft gegenüber den Schülern zum Ausdruck.

Das ist mal ein informativer Eintrag,besten Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich diesen Blog leicht zu verstehen und bequem zu lesen.
Diese “Regelungswut”haben andere Gymnasien auch im Landkreis Hildesheim schon lange hinter sich,weil es ein Handyverbot dort in der Schule schon lange gibt.
Beispiel:Scharnhorstgymnasium:
http://66023.nibis.de/website/fileadmin/uploads/pdf-Dateien/Schulordnung.pdf
(Punkt 8).
Warum regt sich keiner über die bestehenden Handyverbote auf?
Was ist so schlimm daran ein Handy mal 6 Stunden nicht angeschaltet zu haben und sich auf Unterricht und Schulleben zu konzentrieren?
Ich verstehe die Aufregung nicht. Aber so ein Handy ist ja mittlerweile weniger zum Telefonieren als als Statussymbol da…Komische Welt
Die Regelungswut haben andere Gymnasien im Landkreis schon lange hinter sich:
Beispiel:Scharnhorstgymnasium Hildesheim:
http://66023.nibis.de/website/fileadmin/uploads/pdf-Dateien/Schulordnung.pdf
Punkt 8:“Handys müssen auf dem Schulgelände abgestellt sein und dürfen nur in
Ausnahmefällen und mit Genehmigung einer Lehrerkraft benutzt werden.”
Die Regelung für die neue Schulordnung ist also keine neue Erfindung aus Sarstedt.
Das der Gesetzgeber schon alles geregelt hat und daß es keine Belegbaren Vorfälle gibt finde ich jezt argumentativ nicht stichhaltig. Muß man erst warten ehe was passiert,damit man Regelungen trifft?
Danke für diesen Hinweis!
Ich habe mich auch über diverse Gymnasien informiert,wie dort die Lage sei. Ich habe allerdings jedoch nicht in die Schulordnung gesehen,sondern mich darauf verlassen,was mir diejenigen gesagt haben. Interessanterweise wurde mir bzgl. des Gymnasium Scharnhorst gesagt,dass dort Handys nur im Unterrichts verboten seien,in Pausen dagegen i. O. Scheinbar ist es hier einigen nicht bekannt,dass es (theoretisch) ein Verbot in der Schulordnung gibt?
Es geht ja nicht nur um die Handys,sondern auch um die Frage nach den MP3-Playern,wenn wir von Regelungswut sprechen. Gerade in der Oberstufe haben viele Schüler Freistunden und dann finde ich es auch legitim,wenn man beispielsweise beim Lernen oder Hausaufgaben machen Musik hört. Die Einschränkung,dass nur noch Geräte ohne Abspielfunktion genutzt werden sollen,heißt de facto,dass die meisten Schüler ihre Geräte nicht nutzen können.
Ich persönlich würde mir eine andere Herangehensweise an dieses Thema wünschen. Wer Handys verbannt,verschließt die Augen vor den Medien der Zukunft. Der Trend ist nicht aufhaltbar.
Handys haben im Unterricht nichts zu suchen –keine Frage. Aber gerade weil es keine Vorfälle in Sarstedt gegeben haben soll,denke ich,wäre der sinnvollere Weg,dass man nicht durch ein Verbot präventiv agiert,sondern dadurch,dass Schüler für Themen wie Internet,Handys und Datenschutz sensibel gemacht werden. Der verantwortungsvolle Umgang ist entscheidend.
Gerngeschehen,es gibt meines Wissens auch noch andere Gymnasien mit einer Ähnlichen Regelung,wenn man noch weiter über den Tellerrand schaut auch über Bundeslandgrenzen hinaus,noch weitaus mehr.
Ich für meinen Teil war über 10 Jahre in der IT beschäftigt und davon 7 Jahre in der Mobilephone Branche. Ich versperre mich keinem Fortschritt,man muß auch keinen Trend aufhalten wollen,kann man eh’nicht,aber man muß überlegen in welchen Bereichen der Umgang mit Handys sinvoll ist und wo nicht. Als Erwachsener der keine Schule besucht ist es angebracht das Handy im Krankenhaus,im Flugzeug,in der Kirche,im Theater,im Kino usw. nicht zu benutzen,auch das mussten viele Erwachsene feststellen wenn Sie mit Blicken bestraft wurden,wenn es dann doch klingelte in einem sehr unpassenden Moment. Schule ist ein Ort zum Lernen,Lehrer und Schüler versuchen sich zu konzentrieren. Da bedeutet ein Handy meistens Ablenkung vom Wesentlichen. Heute geht es ja beim Thema Handy ja meistens noch nicht mal vorrangig ums Telefonieren,sondern darum,alles noch so unwichtige bei Facebook,Twitter,SchülerVZ oder der Freundin/ dem Freund per SMS zu posten. Es kennt jeder Schüler in seiner Klasse denjenigen,der das neueste und teuerste Handy hat,das ist wie wettrüsten. Wenn man sich anschaut,was ein aktuelles Smartphone mit Internetflat kostet,erscheinen die 20€ für einen mp3 Player zu Musikhören in der Pause geradezu lächerlich,zumal so ein Teil ja keine laufenden Kosten erzeugt …
Wirklich dringende Telefonate können in jeder Schule im Sekretariat erledigt werden. Und man wundert sich dann,wenn man dazu ins Sekretariat gehen muss,wie wenige Anrufe wirklich dringend sind,dann wird man nämlich darüber nachdenken,ob es sich wirklich um was dringendes handelt oder ob das auch bis Nachmittag Zeit hat,wo man vom Schulhof gehen kann,sein Handy anschalten kann und wieder nach Herzenslust telefonieren,SMS’en,Twittern oder sonstwas kann …,genau diese Abgrenzung ist in den ganzen letzten Jahren nicht nur bei Schülern abhanden gekommen. Dem begegnet man meiner Meinung nach nicht effektiv genug,wenn man auf die Eigenverantwortlichkeit der Schüler pocht,da sollte es klare Vorgaben geben.
Ich habe erlebt das es auch viele Eltern von Schülern gibt,die ein solches Verbot begrüßen,weil sich die Schüler dann nicht einzeln hinter Ihren Kisten verstecken,sonder etwas miteinander machen und wenn es “nur”das reale Kommunizieren von Gesicht zu Gesicht ist,ohne das Handy,ohne das Internet.
Sich dahinter zu verstecken,den “Fortschritt”nicht aufhalten zu können ist einfach,man lässt eifach alles laufen,weil es eben so ist …Man kann aber auch dem Fortschritt begegnen und sich fragen was daran positiv und was daran negativ sein könnte und wie man dann damit in einer Organisation wie Schule damit umgeht um die Konzentration auf das Wesentliche nicht zu verlieren.
Soweit so gut,ich bin gespannt wie die Regelung aussehen wird …
Grüße
Ich konnte zwar den die URL fuer den Feed Reader entdeckt,ist der Blog aber auch bei Facebook zu finden? Ich wuerde gerne auf Facebook auf dem laufenden bleiben.